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Wiehl, 9. Oktober 2026

Was hier passiert, hat mit der Welt zu tun

Markus Gürne spricht vor dem Publikum beim ersten #MeinOberbergForum der Volksbank Oberberg in Wiehl.
Fotos: Volksbank Oberberg --- Markus Gürne, Leiter der ARD-Finanzredaktion und bekannt aus "Börse vor acht", beim ersten #MeinOberbergForum in Wiehl.

280 Gäste, große wirtschaftliche Fragen und ein Markus Gürne, dem der Saal gebannt zuhörte. Mit dem ersten #MeinOberbergForum hat die Volksbank Oberberg ein neues Veranstaltungsformat gestartet.

Während Markus Gürne sprach, war es im Forum der Volksbank Oberberg bemerkenswert still. Die 280 Gäste hörten dem Wirtschaftsjournalisten gebannt zu. Später fasste Vorstandsvorsitzender Andreas Neumann die Atmosphäre mit einem Bild zusammen: Man hätte eine Stecknadel fallen hören können – und das auf Teppichboden. Gürnes Vortrag bei der Premiere des #MeinOberbergForums in der Wiehler Hauptstelle trug den Titel „In welcher Welt wollen wir leben?“

Gürne nahm sein Publikum mit auf eine Reise durch eine Welt im Umbruch. USA und China, Indien und Europa, künstliche Intelligenz, Kapitalmärkte und die deutsche Wirtschaft bestimmten den Abend. Große Themen, die bei ihm nicht abstrakt blieben. Immer wieder stellte er die Frage, was globale Entwicklungen für Unternehmen und Menschen konkret bedeuten. Oder, wie er es selbst auf den Punkt brachte: „Das, was hier passiert bei Ihnen in der Region, hat was mit der Welt zu tun – und umgekehrt.“

Wenn globale Entwicklungen vor Ort ankommen

Genau diese Verbindung hatte Andreas Neumann bereits zu Beginn des Abends aufgegriffen. Während Gürne auf internationale Zusammenhänge blicke, sei die Perspektive der Volksbank Oberberg zunächst eine regionale, sagte der Vorstandsvorsitzende. Wirtschaft erlebe eine regionale Genossenschaftsbank nicht in erster Linie über Statistiken, Indizes oder volkswirtschaftliche Modelle, sondern im täglichen Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmern, Mittelständlern, Familien und Anlegern.

Blick in das voll besetzte Forum der Volksbank Oberberg in Wiehl während der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Andreas Neumann.
Vorstandsvorsitzender Andreas Neumann begrüßte zur Premiere 280 Gäste.

„Wirtschaft ist eben nicht nur das, was wir messen können. Wirtschaft ist auch das, was wir Menschen erleben“, sagte Neumann. Deshalb müsse eine regionale Bank beides verstehen – die Zahlen und die Menschen, die großen Entwicklungen und ihre Auswirkungen vor Ort. Genau dafür soll das neue #MeinOberbergForum Raum schaffen: für Einordnung, unterschiedliche Perspektiven und persönlichen Austausch.

Perspektivwechsel als Prinzip

Perspektiven zu wechseln, gehört auch zu Gürnes Biografie. Fast zehn Jahre berichtete er als Auslandskorrespondent unter anderem aus Kairo, Bagdad und Neu-Delhi und war viel in Afghanistan und Pakistan unterwegs. Diese Erfahrungen, sagte er in Wiehl, hätten seinen Blick auf wirtschaftliche und politische Entwicklungen nachhaltig geprägt. In seinem Vortrag spannte er den Bogen von den geopolitischen Kräfteverschiebungen zwischen den USA und China über die wachsende Bedeutung asiatischer Volkswirtschaften bis zur Rolle Europas. Künstliche Intelligenz bezeichnete er nicht als Zukunftsthema, sondern als längst gegenwärtige Entwicklung. Auch die Veränderungen der deutschen Automobilindustrie führte er als Beispiel dafür an, dass frühere Verhältnisse nicht einfach zurückkehren werden.

Gäste sitzen dicht nebeneinander im Forum der Volksbank Oberberg und verfolgen aufmerksam den Vortrag.
Man hätte eine Stecknadel fallen hören können: Gebannt verfolgten die Gäste den Vortrag von Markus Gürne.

Gleichzeitig warnte Gürne davor, Europas wirtschaftliche Stärke kleinzureden. Der Kontinent verfüge über enorme ökonomische Kraft. Die entscheidende Frage sei, wie daraus künftig größere Gestaltungskraft entstehen könne. Für Deutschland verdichtete er eine seiner Botschaften in einem Satz, der im Saal hängen blieb: „Wer nichts im Boden hat, muss es in der Birne haben.“ Wissen, Bildung, Innovationsfähigkeit und das Verständnis internationaler Zusammenhänge seien für ein rohstoffarmes Land entscheidend.

Wirtschaft verständlich machen

Komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu erklären, ist ein Grundgedanke von Gürnes journalistischer Arbeit. Einem breiten Publikum ist er vor allem durch „Börse vor acht“ im Ersten bekannt. Dort gehe es ihm nicht allein um Börsenkurse, sondern darum, Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft zu erklären und deutlich zu machen, was sie für die Menschen bedeuten. Verständliche Sprache, Beispiele aus dem Alltag und der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven prägten auch seinen Auftritt in Wiehl.

Dass seine Impulse über den Vortrag hinauswirkten, zeigte sich beim anschließenden Beisammensein. Bei Snacks und Getränken wurden Zahlen, Beispiele und Thesen des Abends weiterdiskutiert. Gürne blieb vor Ort, beantwortete Fragen und nahm sich Zeit für persönliche Gespräche mit den Gästen.

Damit erfüllte die Premiere genau den Anspruch, den Neumann zu Beginn formuliert hatte. Internationale und regionale, ökonomische und persönliche Perspektiven sollten zusammengebracht werden. Nicht mit dem Anspruch, an einem Abend sämtliche Antworten zu liefern, sondern Zusammenhänge verständlicher zu machen und neue Gespräche anzustoßen. Gesprächsstoff gab es danach jedenfalls reichlich.

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